Winzer-Interview mit Franco Morando

Interview mit Franco Morando

Franco Morando
Franco Morando gilt unter seinen Kollegen schon lange als der Fachmann für die seltene
Rebsorte Ruché – als Meister dieser Rebsorte, die fruchtige Aromen und würzige, feingliedrige und vielschichtige Weine bringt. Wie wohl keinem anderen gelingt es ihm, diese fruchtigen Aromen zu bändigen und mit Feinheit und Eleganz zu kombinieren.

" Der Traum aller uns vorangegangenen im Weinbau arbeitenden Generationen ist es, aus dem Anbau die bestmögliche Traubenfrucht zu erhalten, sie in Wein zu verwandeln, ohne die von der Natur in der Frucht gebildete Fülle an Geschmack und Aroma zu vergeuden oder zu verfälschen, Wein herzustellen, ohne ein Quäntchen des natürlichen Wertes zu verlieren". (Franco Morando)

Kein Wunder, dass seine Kollegen ihn ehrfürchtig den „roten Prinzen des Monfrerrato“ nennen. Und die Bewunderung kommt nicht von ungefähr, wie Italiens wohl bedeutendster Weinkritiker Luca Maroni in seiner Ausgabe 2013 bestätigt und seinen Ruché zum Rotwein des Jahres 2013 kürt.



Sie gelten als Winzer aus Leidenschaft - was genau macht die Faszination Ihres Berufes aus?

FM: Die Welt der Weine wächst durch Leidenschaft, Kultur und Tradition. Mein persönliches Ziel ist, ein kleines Stück meiner Heimat auf die Tische
in der Welt zu bringen. Ich versuche, eine gute Beziehung mit all meinen Kunden aufzubauen und mein Engagement jeden Tag so innig und vollständig
wie möglich zu gestalten.

Weinrebe

In Ihren Weinbergen haben sich für die Kultivierung der seltenen
Ruchè-Traube entschieden. Gab es besondere Gründe für diese Entscheidung?

FM: Wir glaubten bereits felsenfest an die einzigartigen Möglichkeiten der Ruchè-Traube, als andere
noch gar nicht wussten, dass diese existiert. Unsere Philosophie war hierbei immer, treu zu den Traditionen dieses Gebiets zu stehen und die typischen Eigenschaften der hundertjährigen
Ruchè-Traube zu erhalten.


Welchen Einfluss hat der Klimawandel auf Ihre Arbeit? Und was erwarten Sie, wie sich dieser Wandel zukünftig auf den Weinbau auswirken wird?

FM: Natürlich gab es in den letzten Jahren eine klimatische Veränderung, sodass wir die Ernte
ungefähr 15 bis 20 Tage früher planen mussten. Glücklicherweise führt klimatische Veränderung im Gebiet des Monferrato zu thermischen Spannungen (tagsüber hohe Temperaturen und nachts sehr niedrige Temperaturen), welche uns helfen, der Ruché-Traube ihr aromatisches und sortentypisches Bouquet noch besser zu entlocken.


Welche Rolle spielen für Sie neben dem Klima und den Böden die
Rebstöcke, vor allem das Alter der Rebstöcke?

FM: Das Alter des Weines spielt die Schlüsselrolle in der Struktur und Langlebigkeit unserer
Weine. Wir vermischen Trauben von Weinreben, die älter als 25 Jahre alt sind, mit Trauben von
Reben, die sieben oder acht Jahre alt sind, in verschiedenen Prozentsätzen von Weinlese
zu Weinlese. Unsere Absicht ist es Weine mit einer perfekten Balance zu erschaffen.

Ruché

Wie wichtig sind Ihnen internationale Bewertungen und
wie wirken sich diese auf Ihre Arbeit als Winzer aus?

FM: Wir glauben aus vielen verschiedenen Gründen an die Bedeutung der Teilnahme
an internationalen Wettbewerben. Momentan sind wir das erste Unternehmen, das die
Anlaufphase der Ruchè-Traube unterstützt. In jedem Fall ist eines unserer Ziele,
unsere Weinqualität mit Hilfe internationaler Auszeichnungen zu unterstreichen.


Wie war das Weinjahr 2013 im Piemont und wie werden
die Ergebnisse aussehen?

FM: Das Weinjahr 2013 war im gesamten Piemont sehr regnerisch. Die meisten
Weine aus den Gebieten Nebbiolo und Dolcetto konnten sicherlich nicht ihre
perfekte Reifung entfalten. Unsere Weinmacher in Montalbera hingegen, waren
sehr weitsichtig und sortierten bereits früh. Mehrfach durchkämmten unsere
Lesehelfer die Weinberge und ernten nur die vollreifen, perfekten Trauben.


Vielen Dank für Ihre Zeit und für Ihre Weine.



Hier unsere Empfehlung aus Franco Morando reichhaltigem Winzerschaffen:

Laccento Ruché

Winzer-Interview Markus Molitor

pu